Johann Sternberg ist ein Fachkräfte-Profi mit einschlägiger Erfahrung als Projektleiter einer Wirtschaftsauskunftei, Unternehmensberater und Redakteur. Er verfügt über exzellente Expertise in der Realisierung von komplexen Projekten, Akquise- und Fachkräftearbeit. Derzeit ist er als Geschäftsführer von Contract Consulting tätig.
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Berlin. Der Fachkräftemangel wird in Deutschland Realität. Vor allem Personalberater und Zeitarbeitsfirmen klagen über sinkende Bewerbereingänge und schwache Vermittlungsquoten. Wie sich mit Hilfe von Digitalisierungsmaßnahmen der geschäftliche Erfolg auch für die Zukunft sichern lässt, erklärt Human Ressources Experte Johann Sternberg, Geschäftsführer der CNCN-Contract Consulting GmbH, im Gespräch mit dem Transatlantic Journal.

Transatlantic Journal: Herr Sternberg, Sie vertreten die These, dass Zeitarbeitsunternehmen die Chancen der Digitalisierung verpassen. Was läuft in der Branche nicht optimal?

Johann Sternberg: Im Grunde arbeiten Personaldienstleister und Zeitarbeitsunternehmen fast genauso wie vor 50 Jahren. Technische Innovationen sind in der Branche rar. Zwar wurde der Brief weitgehend durch Emails ersetzt und auch das Bewerbermanagement läuft oft Datenbankgestützt. An den grundlegenden Tätigkeiten der Disponenten hat sich aber wenig geändert: Stellen ausschreiben, Bewerbungen sichten, persönliche Vorstellungsgespräche vereinbaren und am Ende den besten Bewerbern einen Arbeitsangebot machen. Der Prozess ist auf allen Ebenen recht kosten- und zeitintensiv – sowohl für die Bewerber als auch die Personaler. Das Optimierungspotential ist auf allen Ebenen vorhanden.

Transatlantic Journal: Es gibt gute Gründe, warum schon immer so gearbeitet wird. Das System hat sich ja bewährt. Warum sollten die Personaldisponenten plötzlich ihre Arbeitsweise ändern?

Johann Sternberg: Häufig hören wir von unseren Kunden, dass die Rekrutierungsprozesse seit Jahren kaum verändert wurden. Ein gewisses Maß an Gewohnheit spielt dabei genauso eine Rolle, wie mangelnde Expertise welche technischen Mittel zur Effizienzsteigerung eingesetzt werden können.

Der zunehmende Fachkräftemangel führt aber zu einem Umdenken in der Branche. Der Wettbewerb um gute Kandidaten hat massiv zugenommen und betrifft Personalvermittler ebenso wie Zeitarbeitsfirmen. Die Kosten für die Rekrutierung steigen im gesamten Markt. Wer nicht rechtzeitig gegensteuert wird auf Dauer weniger Mitarbeiter für sich gewinnen können und die Kosten je Einstellung werden weiter steigen. Ab einem gewissen Kostenpunkt rechnet sich das Geschäft dann einfach nicht mehr. Der Fachkräftemangel ist für viele Unternehmen existenzbedrohend.

Transatlantic Journal: Malen Sie nicht ein wenig sehr schwarz?

Johann Sternberg: Ganz im Gegenteil. Wir sind überzeugt, dass die Digitalisierung in den nächsten Jahren auch die Zeitarbeitsbranche drastisch verändern wird. Unternehmen, die diesen Trend verschlafen, werden in Zukunft ernste Probleme bekommen werden. Die Thematik betrifft übrigens alle Bereiche des Personalmanagements, besonders aber den Rekrutierungsprozess.

Ich möchte Ihnen an dieser Stelle ein Beispiel aufzeigen: die Kosten für Stellenausschreibungen sind in den letzten Jahren spürbar gestiegen. Zeitarbeitsunternehmen, die deutschlandweit Fachkräfte suchen, produzieren häufig Kosten im mittleren fünfstelligen Bereich – pro Monat. Die Anzahl eingehender, qualifizierter Bewerbungen sinkt dennoch kontinuierlich. Diese Entwicklung ist für viele Zeitarbeitsunternehmen existenzbedrohend, was sich mittlerweile auch in einer Konsolidierung des Marktes niederschlägt.

Das Potential kostenfreier Jobbörsen wird hingegen häufig sträflich vernachlässigt. Meist liegt es daran, dass der Aufwand zur Betreuung der Portale den Personaldisponenten zu hoch ist. Gerade dieser Bereich lässt sich aber wunderbar digitalisieren.

Durch strukturierte und hoch automatisierte Kampagnen konnten wir die Rekrutierungskosten unserer Kunden in der Regel um rund 80 Prozent senken und gleichzeitig eine deutliche Steigerung beim Bewerbereingang um 20 bis 200 Prozent erzielen. Im Gegensatz zum Wettbewerb berechnen wir nicht pro veröffentlichte Anzeige oder je vermittelten Bewerber, sondern bieten unseren Kunden Flatrate-Tarife an.

Transatlantic Journal: Viele Unternehmen scheuen die hohen Investitionskosten um Digitalisierungsmaßnahmen umzusetzen?

Johann Sternberg: Die Kosten für den Umstieg können in der Tat hoch sein, insbesondere dann, wenn Unternehmen auf Eigenentwicklungen setzen. In der Regel entstehen selbst bei der Realisierung kleinerer Projekte schnell 6-stellige Kosten – ohne dass der Erfolg garantiert ist. Der größte Fehler bei der Umsetzung des digitalen Wandels ist häufig die mangelnde Expertise der Projektmanager, die mit diesen Projekten betraut werden.

Spezialisierte Dienstleister wie die CNCN-Contract Consulting GmbH bieten allerdings sehr gute Produkte an, die eigene Entwicklungskosten unnötig machen. Wenn Sie sich für den richtigen Anbieter entscheiden, rechnet sich der Umstieg häufig schon nach wenigen Wochen oder Monaten. Das Risiko ist also mehr als überschaubar, die Chancen hingegen gewaltig.

Transatlantic Journal: Herr Sternberg, vielen Dank für das Gespräch.

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