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Die Datenschutzgrundverordnung hat nach einjährigem Bestehen noch immer keinen Anklang bei der Bevölkerung gefunden

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August 1, 2019 views13

Meldungen über Datenhandel und -missbrauch sowie über das heimliche Sammeln von Daten haben längst einen omnipräsenten Charakter in den Medien eingenommen. Erst kürzlich fiel der Europäische Gerichtshof ein Urteil zur unerlaubten Sammlung von Nutzerdaten, welches wieder einmal eines der größten sozialen Netzwerke weltweit betraf: Facebook. Grund dafür sind auf Internetseiten eingebettete Like-Buttons von Facebook, durch die Daten wie IP-Adressen der Nutzer, Kennung der Webbrowser und ggf. sogar Facebook-ID’s an den von Mark Zuckerberg geführten Konzern weitergeleitet wurden. Man musste noch nicht einmal den Like-Button betätigen oder ein Facebook Account besitzen, um unwissentlich seine Daten preiszugeben. Der Aufruf einer Internetseite mit solch einem eingebundenen Button reichte bereits aus. Ab sofort müssen Unternehmen die Nutzer ganz klar darüber in Kenntnis setzen, dass Informationen durch Einbindung des Like-Buttons an Facebook übermittelt werden.

Durch derartige Meldungen ist das Misstrauen der Bevölkerung gegenüber der im Mai 2018 eingeführten Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) nur allzu verständlich. Ein Beleg dafür bietet eine vom Meinungsforschungsinstitut Civey durchgeführte Umfrage, um herauszufinden, ob sich die Verbraucher durch die Einführung der DSGVO besser geschützt fühlen. Mit knapp 70 % ist deutlich erkennbar, dass die Mehrheit die Sicherheit der personenbezogenen Daten noch immer für unzureichend hält. Auch ist das Vertrauen in große datenverarbeitende Konzerne wie Google und Facebook gering geblieben, wenn rund 80 % der Befragten die Ankündigungen der Konzerne für besseren Datenschutz für unglaubwürdig halten.

Dabei beteuern die Landesdatenschutzbehörden durchaus positive Wirkung der nun seit einem Jahr bestehenden EU-Verordnung. Laut eines Berichts der Datenschutzbeauftragten aller Bundesländer wurden 75 Verstöße gegen die DGSVO bearbeitet und mit Bußgeldern in Höhe von fast einer halben Millionen Euro bestraft. Theoretisch könnten die Strafen jedoch weitaus höher ausfallen.

Durch den bislang nachgegangen Verstößen und Skandalen sehen sich die Nutzer allerdings noch immer nicht in ihrem Recht auf Datenschutz bestärkt. Auch lässt das Urteil des Europäischen Gerichtshofes im Fall des Facebook-Like-Buttons die Frage offen, ob zusätzlich die Einwilligung der Nutzer über die Weitergabe personenbezogener Informationen eingeholt werden muss.

Als eines der beliebtesten Angriffsziele von Cyberkriminellen und Datensammlern sollten besonders deutsche Nutzer die Sicherheit ihrer Daten im Auge behalten. Cookies und den Verlauf regelmäßig löschen oder seinen Browser so einstellen, dass diese gar nicht erst gespeichert werden, Anonymisierungsprogramme zum Surfen im Internet nutzen und Online-Filter zum Auffangen von Spammails einsetzen sind nur einige von vielen Maßnahmen, wie man zumindest selbst für Sicherheit seiner Daten im Internet sorgen kann.