Dass die Bundesregierung dieses Thema sehr ernst nimmt, zeigt die Tatsache, dass sich 14 Bundesministerien mit der Digitalisierung befassen, wo insgesamt 482 Mitarbeiter gebunden sind.
image_pdfimage_print

München. Digitalisierung bedeutet Zukunft: Für unser Land, für die Weltwirtschaft, für die Kommunikation unter den Menschen. Vom Reisepass bis hin zum Konto bei der Bank. Für die Telekommunikation mit Glasfasern statt Kupferleitungen. Da heißt es in einem föderalen Land wie Deutschland aber auch, dass unterschiedliche Zuständigkeiten in Bund und Ländern überwunden werden müssen. Trotzdem steht fest: Die Bundesrepublik hinkt bei der Digitalisierung hinterher. Dafür wurde jetzt der neue Kanzleramtschef Helge Braun beauftragt, damit er der ultimativen digitalen Verbreitung den Weg ebnet, und Deutschland fit für eine digitale Zukunft macht. Das, wo andere Länder meilenweit Vorsprung haben und wo unser Land seit 30 Jahren versucht, ein Bein auf die Erde zu bekommen.

In anderen Ländern, wo die Menschen ihr Leben komplett digital organisieren, wird uns vorgemacht, wie es geht. Da wird uns der digitale Rückstand schonungslos aufgezeigt. Das liegt sicherlich auch daran, das sich Branchen und Unternehmen zu langsam an die Herausforderung der Digitalisierung herantrauen. Aus Angst vor technischer Umrüstung, aus Kostengründen und aus Bequemlichkeit. Dafür will Braun jetzt erst einmal ein „digitales Bürgerportal“ gründen, wo jeder Bürger seine Behördengänge quasi online erledigen kann. Damit will man lästigen Bürokratismus, Papierkram und Wartezeiten einsparen – ein sinnvoller Teilbereich des digitalen Lebens. Aber das ist erst der Anfang. In fast allen Wirtschaftszweigen wie z.B. dem Gesundheitswesen als schillerndes Beispiel, fehlt es an digitaler Vollkommenheit und Realisierung. Es gibt viele gute Ansätze, aber auch hier ist Vieles nur Stückwerk. Nach Hermann Gröhe soll nun Jens Spahn als neuer Gesundheitsminister die Weichen auf Digitalisierung stellen. Damit Patienten beispielsweise ihren Krankenhaus-Alltag per App komplett digital organisieren können. Oder Computer per Augensteuerung bedienen können. Es gibt erste Ansätze von Unternehmen, die sich dabei einen Namen machen, weil sie der Technologie mit innovativen Entwicklungen den Weg ebnen. Aber auch hier gilt: Bevor der Bürger seinen Alltag vollends alleine digital meistern kann und damit seine Souveränität steigert, muss in Ämtern und Behörden eine entsprechende Mentalität und Digitalisierungs-Affinität entwickelt werden. Unter staatlicher Anleitung quasi. Das Ganze ist natürlich auch ein Kostensparmodell für die Nutzer, die weite Wege sparen, Wartezeiten umgehen und schneller zu Ergebnissen gelangen          .

Was muss sich hierfür in Zukunft verändern?

In Deutschland muss zuerst einmal eine Menge Bürokratie abgebaut werden. Dann muss es zu einem sogenannten „Kulturwandel“ kommen, bei dem alle Bundesbürger bereit sind, die neue Technologie anzunehmen und zu nutzen. Natürlich ist das auch mit Erlernen von Neuem verbunden und einer Bereitschaft, sich an Herausforderungen heranzutrauen. Immer mehr wird deutlich, dass niemand mit dem Ende der Ausbildung z.B. komplett ausgelernt hat. Flexibilität in allen Lebensbereichen ist die Voraussetzung. Alles reine Kopfsache! Die ältere Generation dürfte erfahrungsgemäß damit Probleme haben, aber alle anderen sind in der Regel den Umgang mit Technik gewöhnt. Die Vorteile wie Benutzerfreundlichkeit und Alltags-Erleichterung muss klar herausgestellt werden. Die Angst, dass die Digitalisierung Arbeitsplätze vernichtet ist unbegründet – vor allem vor dem Hintergrund, dass die neue GroKo die Vollbeschäftigung in Deutschland anstrebt. Es sollen eher noch neue Arbeitsplätze geschaffen werden, ähnlich wie bei der Energiewende, die viele irrtümlich als Jobvernichtungsmaschinerie gesehen haben. Diese hat auch eine Menge neuer Arbeitsplätze geschaffen.

Viele kennen bereits den Begriff „Smart-Home“, was bedeutet, dass die gesamte Haustechnik über Computer oder Mobilphone gesteuert werden kann. Das ist ein wichtiger Teil der Digitalisierung, die in allen Lebensbereichen Einzug halten wird. Bei den Jugendlichen beispielsweise wird die analoge Technik spielerisch durch die digitale ersetzt. Und so muss das sich auch im Berufsleben fortsetzen. Wichtig ist, dass die steigende Computernutzung und -Abhängigkeit nicht überhand- nimmt und die Menschen weiter sozial isoliert, wie es einige Experten befürchten.

Dass die Bundesregierung dieses Thema sehr ernst nimmt, zeigt die Tatsache, dass sich 14 Bundesministerien mit der Digitalisierung befassen, wo insgesamt 482 Mitarbeiter gebunden sind. Neben dem Verkehrsministerium sind außerdem Staatsministerin Dorothee Bär und Eva Christiansen als Medienberaterin in die Thematik eingebunden. Dann kann auf dem Weg zum digitalen Deutschland eigentlich nichts mehr schief gehen, sollte man meinen.

1 Kommentar

  1. Ein sehr spannender Artikel, der die aktuelle Situation so ziemlich genau auf den Punkt bringt. Ich denke aber man muss dabei auch beachten, dass Deutschland eines der größten Industrieländer in Europa ist und eine stetig gewachsene Infrastruktur besitzt. Diese zu digitalisieren ist mit immensen Aufwand verbunden, dass zeigt allein dass die Umstellung auf VoIP-Technik erst Ende diesen Jahres abgeschlossen werden soll. Dies ist nur ein Schritt der Digitalisierung, der dann auch hilft die angesprochene Punkte in Sachen Bürokratie und Gesundheitswesen angegangen werden. Natürlich spielt auch die persönliche Einstellung eine Rolle. Die Menschen müssen sich auf die digitale Technik einlassen. Aber wenn man sich allein die Funktionen von VoIP-Software anschaut zb. hier; https://www.pascom.net/de/funktionen/ Wird auch deutlich, dass eine gewisse Überforderung entstehen kann, gerade bei Generation für viele Entwicklungen komplett neu sind. Auch hier sehe ich den Staat gefordert. Aufklärungsarbeit zu leisten und die über alle Generationen hinweg über die Digitalisierung zu informieren.

Kommentieren Sie den Artikel