Uber steckt in Schwierigkeiten

Gewiss, Ubers Kunden lieben den per App vermittelten Fahrservice, weil er meist billiger und besser ist als herkömmliche Taxis.

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Los Angeles. Das Wunderkind Uber steckt in gewaltigen Schwierigkeiten. Gründer Travis Kalanick wurde rausgedrängt, Topleute flüchten, es hagelt Klagen und Rückschläge. Freundlich formuliert, liegt das daran, dass der Ex-Chef ein Arschloch ist. Die sehr viel härtere Diagnose lautet: Uber hat in Wahrheit gar kein Geschäftsmodell. Lesen Sie den ganzen Transatlantic-Journal-Bericht über UBER.

An die 13 Milliarden Dollar haben Finanziers bisher in die Fahrdienstplattform gesteckt – und damit die Bewertung auf zwischenzeitlich fast 70 Milliarden Dollar geschraubt: So hoch wie bei keinem anderen Start-up auf dieser Welt. Uber ist der Inbegriff revolutionärer Sharing-Ökonomie. Immer wieder wird über den baldigen Börsengang spekuliert. Trotzdem ist sieben Jahre nach der Gründung offen, wo die Rendite am Ende eigentlich herkommen soll.

Kalanick wurde im Juni geschasst, schon zuvor hatte er gestanden, als Führungskraft versagt zu haben. Der Mitschnitt eines Streits mit einem Uber-Fahrer hatte ihn als Flegel entlarvt. Das Video lässt auch sein ökonomisches Problem erkennen: Der Fahrer, als Selbstständiger tätig, klagt über fallende Vergütungen, Kalanick kontert, er habe leider keine Wahl – die Konkurrenz zwinge eben zu Preissenkungen. Wie passt das zum Traum vom Superprofit?

Ubers Investmentstory beruht darauf, durch rasante globale Expansion in die Gewinne hineinzuwachsen. Ist die Plattform zur Vermittlung taxiähnlicher Privatfahrten erst einmal so dominant wie Google oder Facebook, kann sie auch fette Monopolmargen erwirtschaften. Die Zweifel an dieser Logik werden aber lauter. Vor allem der Transportökonom Hubert Horan, der seit Jahrzehnten Airlines berät, hat sie zuletzt in einer Reihe viel beachteter Blogposts auseinandergenommen.

Gewiss, Ubers Kunden lieben den per App vermittelten Fahrservice, weil er meist billiger und besser ist als herkömmliche Taxis. In US-Metropolen wie L. A. ist Uber (wie auch Konkurrent Lyft) längst mehr als eine Alternative zum Taxi, das Portal ist ein Nahverkehrsersatz, mit einer mächtigen Anhängerschaft.

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