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Trump setzt klare Zeichen

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Januar 12, 2017 views744

New York.   So langsam scheint Donald Trump in seinem Amt angekommen, welches er ja erst im Februar offiziell von Barack Obama übernimmt. Mittlerweile sind auch die ganzen Quertreiber, die seiner Kandidatur mit Kritik und Häme gegenüberstanden, verstummt (mehr über Trump lesen). Geht es hier doch immerhin um das Amt des mächtigsten Mannes der Welt, der nicht nur vom Volk gewählt wurde, sondern auch einen klaren Auftrag hat, und dem nicht jeder einfach so an den „Karren fahren“ kann. Nein, Trump beginnt so langsam step by step mit klaren Worten seinen Vorhersagen Nachdruck zu verleihen. Und da wird der ein oder andere Industriemanager und Konzernchef kalte Füße bekommen, denn Trump hat seine Gegner aus der Wirtschaft längst ausgemacht. Nachdem der künftige US-Präsident lange vor der Presse geschwiegen hatte, folgte eine erste große Konferenz vor den Vertretern aller großen US-Medien im Trump-Tower von New York.

Die Medien sind sich einig: So eine klare Brandrede hat lange kein US-Präsident mehr von sich gegeben. Schließlich wartet die Welt und speziell die amerikanische Nation auf Antworten, und die hat Trump geliefert. Immer wieder gab es Vorwürfe wegen angeblicher sexueller Übergriffe, die er sich geleistet haben soll. Kolportiert von den Russen, deren „Fake-Mails“ (Falschmeldungen) Trump heftig dementierte und als Lügen und Verleumdung abtat. Als Konsequenz daraus drohte er unterschwellig mit einer Abkühlung der Russisch-amerikanischen (Wirtschafts-)Beziehungen. Dabei machte er deutlich, dass nicht die Amerikaner die Russen brauchten, sondern umgekehrt. Mit einem Seitenhieb auf Putin sagte er, selbst wenn Putin ihn möge, sei das noch lange kein Grund, dass er ihn selbst auch möge. Dann teilte er noch gegen Hillary Clinton aus, indem er konstatierte, dass Clinton niemals härter mit Putin umgehen könnte als er es täte. Zum Thema Arbeitsmarktpolitik ließ er verlauten, dass er der beste „Job-Produzent“ werden würde, den es je gab. Seine Kontakte zu der amerikanischen Wirtschaft seien so gut, dass es dieser eine Freude sei, neue Arbeitsplätze zur Verfügung zu stellen. Außerdem versprach er, die Situation der Veteranen im Land zu verbessern und sich zukünftig um deren Belange besser zu kümmern. Sein angeknackstes Verhältnis zu den Medien brachte er auch wieder ins Spiel, indem er sich zum wiederholten Mal über einseitige Berichterstattung, Falschmeldungen und Halbwahrheiten echauffierte. Ein Thema was viele noch interessierte, war die Grenzmauer zu Mexiko. Mit dem Spruch „Die Mauer kommt“ unterstricht er ein weiteres Mal, dass er illegalen Einwanderern einen Strich durch die Rechnung machen wolle. Der Grenzwall zu Mexiko ist für viele Mexikaner jahrelang die letzte Chance gewesen, um illegal ins Land zu gelangen. Damit soll in naher Zukunft endgültig Schluss sein. Auch den noch amtierenden Präsidenten Obama ließ Trump in seiner Rede nicht aus: Er werde das Projekt „Obama Care“ (die Kranken-Pflichtversicherung für alle Amerikaner) abschaffen und durch ein neues Versicherungssystem ersetzen. Wörtlich bezeichnete er Obama-Care als eine „Katastrophe“. Auch dem Vorwurf eines Interessenkonfliktes zwischen seinem Amt und seinen privaten kaufmännischen Interessen an seinem Firmengeflecht kam er zuvor, indem er eine klare Trennung zwischen beiden versprach. Im Übrigen würden seine Söhne sein Imperium unabhängig weiterführen.

Erste Konsequenzen aus einer Verbalattacke Trumps gegen die Pharma-Industrie, denen er vorwarf, die Medikamente zu teuer zu verkaufen und darüber hinaus harte Verhandlungen über zukünftige Entwicklungen führen zu wollen, führte zu einigen kleinen Kurseinbrüchen bei Pfizer, Gilead Sciences und Eli Lilly von bis zu 2,5%.  Übrigens: In Amerika gibt es mittlerweile landesweite Diskussionen über Trumps Lieblingswort: Fake-News. Alles was nicht ganz der Wahrheit entspricht wird von Donald Trump mit der Bezeichnung „Fake-News“ versehen. Zum Leidwesen der amerikanischen Presse, die dieses Wort weder hören noch schreiben mag. Die Wortschöpfung wurde im Sommer 2016 populär. Erst beschrieb Fake News das Phänomen, dass Lügengeschichten auf Facebook Millionen Menschen erreichten. Dann galten Fake News als ein Grund für den Wahlsieg Trumps. Und nun, ein paar Wochen später, ist Fake News ein politisches Schimpfwort, das in allerlei Auseinandersetzungen hin- und hergeschleudert wird, so dass es kaum noch zu greifen ist: zwischen Trump und Medien, zwischen Linken und Rechten.